Selbstreflexion: Das Leben entschleunigen und produktiver werden!

 
Im Alltag die Produktivität erhöhen, Stress abbauen und mehr Lebensfreude haben – wer wünscht sich das nicht? Selbstreflexion hilft, unterschiedlichen Situationen im Leben souveräner zu begegnen. Sie ist ein grundlegender Bestandteil vieler beruflicher Coachings und gilt als Schlüssel zum Erfolg. Ein authentisches Bild der eigenen Person zu bekommen, ist eine Herausforderung – doch man kann es lernen.


Sich selbst reflektieren – wie geht das?


Selbsterkenntnis ist die Fähigkeit, sich selbst zu hinterfragen und sich realistisch einzuschätzen. Die Reflektion des eigenen Ich untergliedert sich dabei in zwei Schritte: die Selbstaufmerksamkeit und die Selbstexploration.

Zunächst gilt es, sich selbst zu beobachten und Informationen zu sammeln. Gibt es in bestimmten Situationen typische Verhaltensmuster? Welche Gefühle treten unter welchen Umständen auf? Reagieren Sie intuitiv oder überlegt auf Reize aus der Umgebung? Welche Empfindungen und Eindrücke nehmen Sie als positiv, welche als negativ wahr?

Um diese Informationen sammeln zu können, müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf sich lenken. Hier ist Disziplin gefragt: Multitasking ist heutzutage im Alltag gang und gäbe, lässt Ihren Fokus aber verschwimmen. Versuchen Sie, sich bewusst auf Ihre Sinneswahrnehmungen zu konzentrieren, ohne sich von äußeren Zwängen ablenken zu lassen.

Bei der anschließenden Selbstexploration geht es darum, die gesammelten Informationen zu analysieren und zu bewerten. Der Charakter und das Verhalten kommen auf den Prüfstand:
 
Welche Motive führen zu welchen Handlungen? Wo liegen die persönlichen Stärken und Schwächen? Was sind die Gründe für bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen? Möglicherweise stoßen Sie auf einen Unterschied zwischen Ihrem wirklichen Ich und dem Bild, das Sie bisher von sich hatten.
 
Diesen ehrlichen Eindruck anzunehmen bedeutet, den Grundstein für Veränderungen zu legen. Das aktuelle Selbstbild entspricht wahrscheinlich noch nicht dem, wie Sie gerne sein würden. Aber es lohnt sich, diese Erkenntnisse zuzulassen: Der Abgleich von Selbstbild und Idealbild bringt Sie sowohl kurzfristig als auch langfristig weiter.

Die Selbstbewertung hat für den Alltag praktische Vorteile:

Das Leben – ein komplexes Gebilde aus Beziehungen, Beruf, Freizeit, Verpflichtungen und Vorlieben – wird in einzelne Bereiche unterteilt. Einzeln gesehen können die Lebensbereiche analysiert und beurteilt werden – sozusagen in Slow Motion. Sie können innehalten und für einzelne Situationen Lösungen finden. Dadurch wird Ihr Leben entschleunigt und Sie können Stress abbauen. Es wird leichter, Ihre Ziele im Auge zu behalten und konkret darauf hinzuarbeiten.

Auf dem Weg dorthin machen Sie Fehler – aus denen Sie lernen, wenn Sie sich selbst kritisch hinterfragen. Entscheidungen können Sie souveräner treffen, weil Sie vorbereitet in die Situationen gehen und einen umfassenden Blick auf die Dinge haben. So können Sie auch in Konfliktsituationen die Ruhe zu bewahren.

Langfristig ist die kontinuierliche Selbstbewertung die Grundlage für mehr Lebensfreude und Anerkennung. Für einen authentischen Auftritt erfahren Sie mehr Sympathie, als für das ständige Bemühen, perfekt zu sein. Indem Sie sich intensiv mit sich selbst auseinandersetzen, sind Sie im Einklang mit Ihrer Vergangenheit und stecken die richtigen Ziele für die Zukunft.


Die Erkenntnisse der Selbstbetrachtung umsetzen


Sich selbst zu bewerten und die gewonnenen Erkenntnisse schrittweise umzusetzen ist ein stetiger Prozess und erfordert Disziplin. Jede neue Feststellung ist wie ein Puzzleteil, welches hilft, sich selbst besser kennenzulernen. Sie werden also wieder und wieder Momente schaffen müssen, um innezuhalten. Es ist wichtig, sich aus den typischen Alltagssituationen zu lösen um sich in Ruhe mit sich selbst zu beschäftigen. In einer ruhigen und entspannten Umgebung fällt die Selbstprüfung leichter.

Wenn Sie sich mit der eigenen Person beschäftigen, müssen Sie sich selbst ernst nehmen. Gefühle und Ängste haben ihre Berechtigung. Überkritisch sein ist ebenso wenig angebracht, wie eine selbstverliebte Perspektive. Selbstreflektion ist das genaue Gegenteil von Selbstbetrug.
 
Menschen neigen dazu, sich vor anderen besser zu präsentieren, als das vielleicht der Fall ist. Diese Tendenz hilft hier nicht weiter. Wer sich weiterentwickeln möchte, muss eine ehrliche Selbstprüfung vornehmen. Gerade schwierige Situationen aus der Vergangenheit helfen, sich auf Künftiges vorzubereiten.
 
Denken Sie darüber nach:
 
Was hätte besser laufen können? Was hat gut funktioniert? Welche Punkte will ich beim nächsten Mal besonders beachten? Dieser Prozess ist wichtig, um aus Fehlern zu lernen und Erfolgreiches zu wiederholen. Umgekehrt führt eine zu negative Sichtweise nicht dazu, die notwendigen Änderungen motiviert anzugehen.

Fremdwahrnehmung als Ergänzung


Wie man sich selbst sieht, kann mehr oder weniger stark von der Wahrnehmung anderer Menschen abweichen. Diese Perspektive zu kennen, kann hilfreich sein. Fragen Sie hier Personen, denen Sie vertrauen und die zu einer realistischen Einschätzung in der Lage sind. Bekannte, Kollegen oder Freunde, die Ihnen unbedingt gefallen wollen, werden Ihnen kein allzu kritisches Feedback geben.

Aus komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen können Sie sich ebenfalls kein objektives und sachliches Urteil erhoffen. Wenn Sie im beruflichen Umfeld ein Mentor zugewiesen bekommen haben, können Sie denjenigen um ein vertrauliches Gespräch bitten. Im privaten Freundeskreis eignen sich Personen, die für Sie eine Vorbildfunktion haben besonders gut.

Wen Sie auch in Betracht ziehen, derjenige sollte Ihnen wohlgesonnen und bereit für ehrliche Worte sein. Ordnen Sie die Rückmeldung richtig ein, wenn Sie sie erhalten haben. Auch eine Person, die Sie gut kennt, kann sich kein hundertprozentig zutreffendes Bild von Ihnen machen. Gewichten Sie das Feedback deshalb nicht zu stark und nehmen Sie es als einen von mehreren Anhaltspunkten auf dem Weg zum reflektierten Ich.


Selbstreflexion zur Routine machen


Um die Selbstbewertung des eigenen Verhaltens ständig zu fördern, gibt es einige Übungen für den Alltag. Einige lassen beispielsweise den Abend ausklingen, indem sie den Tag Revue passieren lassen. Die Erfolgserlebnisse und die Learnings aufzuzählen, schafft ein Bewusstsein dafür, welches Verhalten man wiederholen kann und was man in der kommenden Zeit verbessern möchte.

Dieses Prozedere darf allerdings nicht in Grübelei ausarten, damit der Schlaf nicht beeinträchtigt wird. Apps oder spezielle Tagebücher animieren durch Fragen täglich dazu, sich selbst zu reflektieren. Eine Regelmäßigkeit für die Selbstüberprüfung zu schaffen ist sehr wichtig, damit Sie nachhaltig etwas in Ihrem Leben ändern.

Experten sprechen von 21 Tagen, bis etwas zur Gewohnheit wird. So lange muss man sich kontinuierlich bemühen, eine Handlung zur Routine zu machen.


Minimalismus – weniger ist mehr


Sich im täglichen Leben auf das Wesentliche zu konzentrieren und Überflüssiges auszusortieren, hat schon vielen geholfen, sich selbst besser wahrzunehmen. Der Trend zum „Minimalismus“ hat in der Gesellschaft bereits viele Fans gefunden. Dafür ist es nicht zwingend nötig, den Kleiderschrank oder den gesamten Besitz auf einen Bruchteil zu reduzieren.

Für viele besteht eine solche Lebenseinstellung viel mehr darin, wählerisch zu sein. Konsum, überflüssige Freizeitbeschäftigungen und toxische Beziehungen werden bewusst auf ein Minimum beschränkt. Der Verzicht ist in dem Fall kein Verlust, sondern ein Mittel zu mehr Freiheit.

In einem ersten Schritt leistet Selbstbetrachtung gute Dienste darin, zu erkennen, was Sie wirklich brauchen. Der Fokus aufs Notwendige bringt mehr Struktur und Klarheit ins Leben. Es bleibt mehr Zeit für das, was Ihnen wichtig ist. Minimalismus ist hilfreich dabei, die Erkenntnisse der Selbstbetrachtung nachhaltig in den Alltag zu integrieren.

Durch weniger „Ballast“ sind Sie weniger abgelenkt und können Ihre Produktivität erhöhen und mehr Lebensfreude haben. Als ausgeglichener Mensch werden Sie von Bekannten, Kollegen und Familie mehr Anerkennung erfahren.


Ich wünsche Ihnen durch meine wertvollen Tipps den Erfolg, den Sie sich erhoffen!
 
Herzlichst,
 
Ihr Jasper Timmermann

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